
Geboren in Czernowitz (in der heutigen Ukraine) erlitt die Dichterin während des 2. Weltkriegs die Erfahrung der Verfolgung sowohl von sowjetischer wie von deutscher Seite. In ihren Gedichten ist deshalb gegenwärtig das Grauen des Holocausts, die Trauer um die verlorene Heimat, Erinnerungen an die Eltern und an glückliche Kindertage, die Erfahrung von Verlassenheit und Einsamkeit in der Fremde. Weil sie in ihrer Lyrik immer wieder auf biblische Motive, vor allem auf die Schöpfungsgeschichte und Klagepsalmen zurückgriff, hat man Rose Ausländer die „letzte jüdische Palmistin deutscher Zunge“ genannt. Allerdings war sie weit davon entfernt, sich einfach in traditionelle Glaubenswelt einzufügen. Sie sah sich vielmehr als „gläubige Ketzerin“. Geistig verwandt fühlte sie sich darin dem jüdischen Philosophen Baruch Spinoza, der wegen seiner Infragestellung der Lehren und Autorität aus der Amsterdamer Synagoge ausgestoßen worden war…
Zeit: Dienstag, 17. März 2009, 19.30h
Ort: Leseraum im Kurhaus Schömberg