
Das Gedenken an den 500. Geburtstag von Johannes Calvin in diesem Jahr ruft auch die schwierigen Seiten des Genfer Reformators in Erinnerung: Schwer tun wir uns heute nicht nur mit der strengen Kirchenzucht, die in Calvins Genf herrschte. Schwierig ist für uns nicht nur Hinrichtung des als Häretiker verurteilten Michael Servet. Schwer tun wir uns auch mit der Calvinschen Lehre von der doppelten Prädestination, nach der allein Gott über das ewige Heil und Verderben eines Menschen entscheidet: Laut Calvin gibt es „Gottes ewige Anordnung, vermöge deren er bei sich beschloss, was nach seinem Willen aus jedem einzelnen Menschen werden sollte! Denn die Menschen werden nicht alle mit der gleichen Bestimmung erschaffen, sondern den einen wird das ewige Leben, den anderen die ewige Verdammnis vorher zugeordnet.” Die Auseinandersetzung mit diesem dogmatischen Erbe stellt heute mehr denn je eine ‚Qual mit der Gotteswahl’ dar: Widerspricht diese Lehre nicht der Freiheit des Menschen? Und wird Gott dadurch nicht zu einem finsteren Willkür-Gott? Oder spiegelt sich darin doch eine entscheidende Erkenntnis der Reformation? An diesem Abend werden wir uns mit den theologischen Hintergründen von Calvins Prädestinationslehre befassen.
Zeit: Dienstag, 21. Juli 2009, 19.30h
Ort: Leseraum im Kurhaus Schömberg