Aus der Reihe 'Theologie im Portrait'


Mit der Neuzeit hat in der Menschheitsgeschichte eine Entwicklung begonnen, die man als ‚Säkularisation’ bezeichnet: Ein sich immer weiter autonom verstehender Mensch versucht, in der Welt zu leben und die Welt zu gestalten, ohne sich an irgendeinen Gottesgedanken zu binden. So ist es etwa vollkommen selbstverständlich geworden, dass sämtliche Naturwissenschaften den Kosmos zu begreifen versuchen, ohne Gott als Arbeitshypothese vorauszusetzen. Auch in der Ethik ist es nicht mehr die Religion, sondern die Vernunft, mit der man für alle Menschen gleichermaßen geltende Normen und Werte zu formulieren versucht. Und in der Politik löst sich die säkular gewordene Staatenwelt zunehmend von den Kirchen, ja überhaupt von religiösen Bekenntnissen. Welchen Sinn hat es dann aber, noch von Gott zu reden? Was bedeutet Kirche-Sein in säkularen Zeiten? Und was hat die Säkularisation vielleicht sogar mit Gott selbst zu tun?
Wie kaum ein anderer Theologe hat der als Widerstandskämpfer berühmt gewordene Dietrich Bonhoeffer über diese Fragen nachgedacht und dabei die Vision eines ‚religionslosen Christentums’ entworfen. Wir gehen dieser Vision Bonhoeffers an diesem Abend nach.
 
Die Gesprächsreihe 'Theologie im Portrait' stellt sich Grundthemen der Theologie. Allerdings nicht abstrakt, sondern in Verknüpfung mit der Lebensgeschichte und mit den besonderen Fragestellungen einzelner Theologen. Die Gesprächsreihe ist damit zugleich ein kleiner Theologie- und Theologenkurs. Trotzdem kann jeder Abend für sich besucht werden.
 
Zeit:    13. Dezember 2011 um 19.30h im
Ort:     Lesesaal im Schömberger Kurhaus