
Der Schriftsteller und Philosoph Albert Camus gehört zu den bedeutendsten französischen Autoren der Nachkriegszeit. Sein bekanntestes Werk, für das er auch den Literaturnobelpreis erhielt, ist der Roman 'Die Pest'.
Der Ausgangspunkt der gesamten Philosophie Camus’ ist die Erfahrung des Sinnlos-Absurden: „Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen“. Was folgt aber daraus, wenn man angesichts von Leid und Elend dem Leben keinen Sinn mehr abgewinnen kann? Der Möglichkeit der Resignation stellt sich Camus entschieden entgegen: Er sieht sich vom Absurden zu Protest und Kampf herausgefordert, um sich - auch gegen alle Ideologien - auf die Seite des konkret leidenden Menschen zu stellen. Auch Camus Leitspruch 'Ich revoltiere, also bin ich!' ist von dort her zu verstehen: Es ist der Leitspruch eines Humanismus, der sich dem sinnlosen Schicksal nicht fatalistisch ergibt, sondern gegen es aufbegehrt. Dabei darf allerdings der Dichter, der der einmaligen Schönheit des Lebens huldigt, nicht vergessen werden: Camus ist auch ein großer Poet des Südens, des Mittelmeers, des Spiels von Sonnenlicht und Schatten!
An diesem Abend werden Leben und Denken Albert Camus', der am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall ums Leben kam, vorgestellt.
Zeit: Dienstag, 9. Februar 2010, 19.30h
Ort: Kurhaus (Lesesaal)