Im Jahr 1989 erschien aus dem Nachlass des 1976 verstorbenen Philosophen Martin Heidegger der Band 'Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis').
Hinter dem harmlosen Titel verbirgt sich indessen eine aufsehenerregende Studie, die Heidegger in der Zeit der Naziherrschaft verfasst hat: Heidegger sieht in dieser Studie eine Zeit heraufkommen, in der das 'Erlebnis' die entscheidende Dimension menschlicher Weltwahrnehmung wird: Was nicht in irgendeiner Weise 'Erlebnis-Qualität' besitzt, hat keinen Wert.
Heidegger erblickt in dieser Entwicklung allerdings eine tiefe Verirrung, eine 'Verfallenheit'.
Aus heutiger Sicht betrachtet, sind Heideggers Betrachtungen von höchster Aktualität: Heidegger scheint in seinen Betrachtungen die gegenwärtige ‚Erlebnis-Gesellschaft’ geschaut zu haben…


Zeit:  17. Mai 2011 um 19.30h
 
Ort:   Lesesaal im Schömberger Kurhaus
 
Zur Gesprächsreihe: ‚Seher-Dichter?!’ Prophetische Literatur in der Moderne:
 
„So spricht der Herr!“ Die Propheten des Alten Testaments haben sich als von Gott selbst autorisierte Überbringer von göttlichen Botschaften verstanden. In Gottes Namen und Auftrag haben sie die Zeichen ihrer Zeit gedeutet, die Gegenwart kritisiert  und das Gottesgericht für die Zukunft angesagt. In der Moderne gibt es eine Prophetie, die sich auf Gott selbst beruft, nicht mehr. Ist damit aber das Prophetische überhaupt ausgestorben? Wohl kaum: Denn es gibt in der Moderne eine Fülle von Autoren, die in einer bestürzenden Hellsichtigkeit die Zeichen ihrer modernen Zeit gedeutet haben. Auch wenn sie sich nicht auf Gott berufen, ja sogar den Gottesglauben ablehnen, sind die visionären Texte dieser ‚Seher-Dichter’ bzw. ‚Seher-Philosophen’ zweifellos prophetisch durchsetzt.
Nach kurzer Einführung in Leben und Werk des jeweiligen Autors werden wir uns mit einem zentralen Text beschäftigen. Die Abende stehen zwar thematisch miteinander in Verbindung. Dennoch kann jeder Abend für sich besucht werden.
 
Hier finden Sie die weiteren Abende dieser Gesprächsreihe.