
Melanchthon.
Eine Erinnerung an den Reformator im Schatten Luthers zum 450. Todestag
Schon sein Leben lang stand Philipp Melanchthon im Schatten des großen Wittenberger Kollegen. Und auch die Nachwelt denkt beim Stichwort ‚Reformation’ in erster Linie an den berühmten Martin Luther. Der indessen legte im Blick auf den Melanchthon das Bekenntnis ab: "Ich würde lieber sterben als von diesem Manne getrennt zu sein.“ Dieses Bekenntnis ist keineswegs nur als Zeugnis der Freundschaft zwischen Luther und Melanchthon zu verstehen. Sondern darin kommt auch ein tiefes Wissen um die Verdienste des ‚kleinen Reformators’ zum Ausdruck: Ohne Melanchthon hätte sich die Sache der Reformation wohl kaum in dieser Weise durchgesetzt! Nicht nur weil Melanchthon – anders als der geächtete Luther – sich frei im Land bewegen konnte. Sondern auch weil der Humanist Melanchthon erkannte, dass schon das reformatorische Schriftprinzip ohne Bildung – also ohne eine Einrichtung öffentlicher Schulen - nicht gelebt werden kann… Kein Glaube ohne Bildung – keine Bildung ohne Glauben! Dieses Credo Melanchthons hat indessen angesichts der gegenwärtigen ‚Bildungsdebatte’ neue und brisante Aktualität erfahren: Nicht weil wir in diesem Jahr den 450. Todestag Melanchthons begehen, ist es deshalb der Zeit, Melanchthon aus dem Schatten Luthers treten zu lassen!
Zeit: Dienstag, den 16. November 2010, um 19.30h
Ort: Lesesaal des Schömberger Kurhauses